27/06/2025

Gerade erst entschieden wurde der Wettbewerb um die schönsten Bücher Österreichs. 15 Bücher, vornehmlich produziert und herausgegeben in Österreich, werden jährlich mit dem Preis prämiert, der grafische Gestaltung und deren Zusammenspiel mit den Buchinhalten bewertet. Hier ist ein Buch viel mehr als bloße Buchstaben auf Papier. 

27/06/2025

Buchcover in Grau, Architektur in Niederösterreich im 20. Jahrhundert nach Friedrich Achleitner, 2024

©: Michael Goldgruber

Buchinnenseite, Architektur in Niederösterreich im 20. Jahrhundert nach Friedrich Achleitner, 2024

©: Michael Goldgruber

Cover, Iconic Auböck, 2024

©: Michael Goldgruber

Buchinnenseite, Iconic Auböck, 2024

©: Michael Goldgruber

Cover in dunkelrot, Territorial Urbanism Now! 2024

©: Michael Goldgruber

Buchinnenseite, Territorial Urbanism Now! 2024

©: Michael Goldgruber

Immer wieder werden Architekturbücher mit dem Prädikat „Schönstes Buch“ in dem vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels gemeinsam ausgerichteten Bewerb ausgezeichnet. Heuer sind es gleich mehrere, die sich der Architektur und dem Design widmen: ein Klassiker des österreichischen Architekturbuchs, eines über österreichische Designkultur und ein weiteres über Stadtplanung in Krisenzeiten.

 

Architektur in Niederösterreich im 20. Jahrhundert nach Friedrich Achleitner, A-Z 0001–2287

Gestaltet von seite zwei, Christoph Schörkhuber, Stefan Mayer, Christian Begusch

„Durch das Querformat und den geraden Buchrücken erinnert das Buch bereits, ohne darin zu blättern, an den wichtigsten Baustoff der — in unaufdringlicher Schrift, weiß auf Betongrau — angekündigten Architektur: den Ziegelstein. Das Buch wirkt dadurch und durch seine Schwere kompakt und scheint den Anspruch zu erheben, die Zeit zu überdauern. Nicht zu Unrecht, denn der Inhalt ist eine grafische Meisterleistung aus geschickt eingesetzten Schrifttypen in klassischem Schwarz oder dem angenehmen Betongrau des Buchdeckels.“ (Jury 2024)

 

Iconic Auböck, Eine Werkstätte formt den österreichischen Designbegriff / A Workshop Shapes Austria's Concept of Design

Gestaltet von Atelier Dreibholz, Paulus M. Dreibholz, Angelika Mayr
„Auf den Bilddoppelseiten entstehen kleine Geschichten/Dialoge – etwa zwischen Fisch-Sparbüchse und Brieföffner oder Schlüsselkorkenzieher und fußförmigem Briefbeschwerer. Der starke Schattenwurf betont die Objekthaftigkeit und lässt das Nicht-Sichtbare erahnen. Ein stilles – und stellenweise auch keckes – Buch von klarer Schönheit!“ (Jury 2024)

 

Territorial Urbanism Now! Call for a Social and Ecological Urban Planning and Design

Gestaltet von Liza Borovskaya-Brodskaya, Jakob Mayr
„Der in Versalien gesetzte, gestürzte Titel „Territorial Urbanism Now!“ – als Rufzeichen am Einband – verleiht der Thematik der Stadtplanung in Zeiten des Klimawandels eine pragmatische Dringlichkeit.“ (Jury 2024)

 

Der Wettbewerb rückt seit 2013 kontinuierlich höchste Gestaltungsqualität ins Licht und gilt auch als Karrierekick für Buchgestalter*innen, Grafiker*innen und Autor*innen. Zu kritisieren ist 2024 allerdings das Auswahlverfahren. Die Jury für den Wettbewerb ist mit Grafikdesigner*innen und Verlagsvertreter*innen besetzt. In diesem Jahr fällt auf, dass prämierte Bücher von Jurymitgliedern gestaltet wurden. Das schmeckt schal, wie kann da unabhängig und unvoreingenommen beurteilt werden. Zwar schmälert das nicht die Qualität der Bücher, aber als auslobende Institution sollte man entweder transparent kommunizieren, wie in diesen Fällen in der Jury verfahren wurde, oder in Zukunft das Dilemma am besten gleich vermeiden.

Dipl.-Ing. Gerda Missoni

Österreich wird sich nie ändern. Ich habe schon einen relativ langen Überblick über das viele Blblabla der guten Vorsätze und (Wahlkampf-)Versprechen all die Jahrzehnte hindurch. Aber die Freunderlwirtschaft, heilig gesprochen durch alle politischen Parteien (sic jüngste Koalition), hat in Österreich Ewigkeitsqualität. Naja, wenigstens etwas, oder?

Di. 01/07/2025 14:07 Permalink
Karin Tschavgova

Antwort auf von Dipl.-Ing. Gerda Missoni

Liebe Gerda Missoni,
doch, es hat sich noch verschlimmert. Wo gestern noch - wenn auch leere - Versprechen zur Änderung, zur Verbesserung von Vorhaben waren, so ist heute gar nichts mehr davon zu hören. Ein Beispiel: was hören wir von dringend notwendigen Umweltschutzmaßnahmen von der Politik? (im Verkehr, in der Erzeugung und Anwendung umweltfreundlicher Energie ect.) Und in Graz? Die Stadtentwicklung wird von Beamten betrieben, die selbstgefällig und selbstzufrieden weiterhin ihr "Grazer Modell" propagieren, das wahrlich kein Ruhmesblatt ist. Hierzulande ist man auch immer der meinung, dass man es selbst am besten weiß und kann und dass man daher keinesfalls auf Modelle und Strukturen und Handlungsweisen in anderen Städten zu schauen braucht, siehe aktuell wieder die Planung einer Müllverbrennungsanlage. Ja, diese Selbstgefälligkeit und unkritische, unreflektierte Seölbstzufriedenheit ist der Tod jeglichen Fortschritts.
mit lieben Grüßen
PS: Ist dir aufgefallen, dass kritische Stimmen auf GAT kaum mehr vorkommen? Ja, es lohnt nicht, sich zu engagieren.

Do. 02/10/2025 11:19 Permalink
Szedonja Sepp

Antwort auf von Karin Tschavgova

Bitte um WEITERES ENGAGEMENT
dicke Bretter bohren erfordert Beharrlichkeit, Geduld und Zeit
es geht auch um "weiterbauen" statt Neues Bauen,....
Bitte um Verbreitung von "house europe.eu"...uvam...Danke!

Do. 02/10/2025 13:44 Permalink
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