24/09/2025

Mit „Raumkurier“ richtet sich der Blick auf das Unscheinbare, im Alltag oft Übersehene und wird durch Tom Bielas Fotografie in den Vordergrund gestellt.
In den kommenden Monaten erscheinen dazu ausgewählte Serien, die Lesende einladen, gemeinsam Fragen nach Schönheit, Zufall und architektonischer Sprache zu reflektieren.

24/09/2025

Raumkurier, © Tom Biela

Ausgangspunkt des Fotografie-Projekts „Raumkurier“ ist ein biografischer Bruch: Nach über einem Jahrzehnt in Architekturbüros führte ein beruflicher Wechsel zur Tätigkeit als Express-Fahrradkurier im Großraum Graz.

Die Zeit als Kurier ermöglichte einen unmittelbaren, körperlich erlebten Zugang zur Stadt – zur räumlichen Vielfalt, ihren Rändern und zu jenen oft übersehenen Details, die im Angestellten-Alltag selten Beachtung fanden. Die dabei geschärfte Sensibilität für Zwischenräume, informelle Strukturen und ephemere Eingriffe bildet das Fundament einer persönlichen architekturfotografischen Haltung.

Im Zentrum steht die bewusste Auseinandersetzung mit dem Hässlichen, dem Alltäglichen, dem Ungeplanten – mit jenen urbanen Konstellationen, die nicht gänzlich auf Planung zurückgehen, sondern aus additiven, pragmatischen und oft provisorischen Prozessen entstanden sind. Es sind diese Situationen – Baugerüste, Rohrleitungen, Hinweisschilder, Um- und Anbauten, Erdgeschosszonen mit Adressbildung –, die teilweise über längere Zeiträume hinweg durch Nutzung, Transformation, Wartung oder auch Verwahrlosung eine eigene, vielschichtige Form von Schönheit entwickelt haben.

Ziel ist es, in den Übergängen und Zwischenräumen des täglichen Lebens jene ästhetischen Qualitäten sichtbar zu machen, die in der medialen Repräsentation von Architektur oft ausgeblendet werden – abseits von Hochglanz, Marketinglogik und kuratierter Werbeästhetik.

Wie definieren Architekturschaffende heute Schönheit in der gebauten Umwelt?
Welche Rolle spielt die visuelle Wahrnehmung bei der Bewertung architektonischer Qualität? 
Und wie lassen sich informelle, gewachsene Strukturen als Teil einer zeitgenössischen architektonischen Sprache verstehen?

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