21/10/2025

Im 10. Teil seiner Stadtspaziergänge entlang der historischen Grazer Stadtmauer führt Peter Laukhardt seine Erkundungen weiter.

21/10/2025

Bild 1: Südfront mit Zwingermauer von 1441, (Skizze Laukhardt) 

Bild 2: Zwingermauer am Regulierungsplan 1885/87, (Skizze Laukhardt)

Bild 3: Reckturm (1635 Vandesype, 1649 Merian, 1728 Trost) 

Bild 4: Reckturm (1784 (Melling, Reindl; 1710 Claus, 1830 Bauparzellen), (Skizze Laukhardt)

Bild 5: Stadtmauern Raubergasse (Franz. Kat. 1829, Foto Leopold Bude um 1900), (Skizze Laukhardt)

Bild 6: Schmiedgassen-Sack (von Norden Foto Bude, von Süden O‘Town)

Bild 7: Schmiedgasse nach Durchbruch (Fotos Bude)

Bild 8: Zwingermauer östlich vom Eisentor 1854 (StLA), Ansichten Pulverturm, (Skizze Laukhardt)

Bild 9: Turm in der Vormauer 1855 (Grundriss, Foto Bude mit Montage)

Bild 10: Kavalier (Stadtmodell) und Südostflanke, (Skizze Laukhardt)

Die Behandlung der Grazer Zwingermauer habe ich bereits teilweise vorweggenommen (Schau doch! 52 Stadtmauern 3: Westmauer und Schau doch! 56 Stadtmauern 7, Osterweiterung). Hier soll nun die Beschreibung der Südflanke ausführlicher nachgeholt werden. Dass die 1339 vollendete größere Umfassung ein Jahrhundert später eine Zwingermauer vorgelegt bekam, hat die Forschung bisher nur für den Nord- und den Ostabschnitt erkannt.

Wie Fritz Popelka in Band II seiner Stadtgeschichte 1935, S. 20 richtig schrieb, war schon 1441 eine „Zwingermauer“ genannt worden. Urkundlicher Beleg, der für mich als Datum für die Vollendung dieser Mauer stehen kann, ist ein „Privileg“ (hier auszugsweise in späterer Abschrift wiedergegeben), das der damalige deutsche König Friedrich IV. am 5. Jänner 1441 in Wiener Neustadt den Grazer Bürgern ausstellte; er gewährte ihnen nämlich ainen Ebigen Freyen Jarmarkht, Järlichen nun hünfüro zu St. Philippi vnnd Jacobi Tag zuhaben; das begründete er damit, dass sie mit scheinigen gebey, ann Meüern, Zwüngern, Gräben, vnd anderen bösserung willigen Gehorsam gezeigt hätten. Graz war ja seit der Wahl Friedrichs 1440 zur königlichen Residenz aufgestiegen, und daher vom späteren Kaiser unter besonderen Schutz genommen worden.

Popelka sah Beweise der Zwingermauer an der Ost- und Nordseite der Stadt, vermutete aber, dass diese Mauer überall der Hauptmauer vorgelagert worden sei, was jedoch für die Westmauer auch nicht stimmt. Popelka definierte diese Mauer als „zweiter leichter Mauerring“, in Wirklichkeit war sie aber eine mächtige Barriere, wie uns die Grund- und Aufrisse des ehem. Frauenklosters beim Tummelplatz zeigen werden. Was führte mich zur Annahme einer weit umfassenderen Zwingermauer des 15. Jahrhunderts (Bild 1)?

Wir beginnen mit dem westlichen Abschnitt, vom Reckturm zum Eisernen Tor (Bild 2).

Der Reckturm

Die ersten Begründungen für eine Zwingermauer habe ich schon in früheren Artikeln gegeben: Die Lage des Reckturms. Am Gottesplagenbild von Thomas Artula (1485) ist der Turm an der südwestlichen Ecke der Stadtmauer zu sehen, er konnte demnach nicht der Eckturm der 1265 genannten ersten Stadtmauer sein, weil diese weiter nördlich endete: vor einigen Jahren sah man u. a. bei Bauarbeiten in der Raubergasse beim Amtshaus-Durchgang gegenüber der Ecke zur Kalchberggasse Reste dieser dort ehemals verlaufenden Stadtmauer.

In den Veduten im Umfeld der „Florentiner Ansicht“ von ca. 1565 steht der Turm auf der Bastei. Die als Basis dienenden Pläne von Angiolini (Archive in Wien, Karlsruhe und Stuttgart) stellen ihn gar nicht dar. Auf der Ansicht von Vandesype-Hollar (1635) und der Kopie von Merian (1649) steht er (schräg!) direkt in der Kehle der Bürgerbastei, zu der ein kleines Tor führt (Bild 3). Die viel genaueren Bilder von Andreas Trost (1699 und 1728) zeigen ihn bei genauerem Hinsehen richtig etwas hinter den rückwärtigen Wallrand zurückversetzt.

Der letzte Plan, der den Reckturm mit hoher Sicherheit zeigt, ist der von Martin Claus von 1710.  Die beiden rückblickend auf 1784 datierten Stadtpläne von Melling (1806) und die Kopie von Reindl (1809) sind irreführend (Bild 4). Die Legende zu den mit Nr. 16 bezeichneten kleinen quadratischen Parzellen lautet „Cassematen und Galerie“ (als Galerie hat man auf beiden Plänen die Feuerstellungen für die Geschütze auf den Basteien genannt, nicht aber die auf die niedere, zurückgezogene Flanke, die „basseflanque“). Die Kopie von Reindl zeichnet dort eine Art Turmdach ein, wo die Bauparzelle Nr. 214 von 1830 eine „Casamate“ zeigt; ein ähnliches, unpassendes Konstrukt ist auch auf einem einfachen Gebäude westlich des Eisentores gezeichnet (Postplatz 2). Auf dem Befestigungsplan von Hartmann 1794 ist der Reckturm jedenfalls nicht mehr zu sehen.

Es wäre zwar möglich, den Reckturm auf der Linie der neuen Kurtine zu suchen, dann wäre diese aber mit der Zwingermauer identisch, was man ausschließen kann. Es könnte die Zwingermauer aber auch den Wall der neuen Kurtine nach hinten (stadtseitig) abgeschlossen haben, wie das Trosts Ansichten in Bild 3 denkbar machen. Das hätte aber nicht nur eine schwer vorstellbare Stärke, sondern auch einen scherenartig auseinander laufenden Wall ergeben. Ähnliches haben fälschlich die Archäologen kürzlich für die nordseitige Grundmauer des ehemaligen „Kommodhauses“ (Burggasse 15) behauptet, die in Wirklichkeit die von dell’Allio zu weit hinten gebaute Kurtine war. Sie blieb stehen, als Peruzzi die Wallmauer weiter nach vorn legen musste.

Auf dem Regulierungsplan von 1885-87 (Bild 2) habe ich die Linie der stadtseitigen Wallmauer ansatzweise eingezeichnet; sie wird durch einen im Landesarchiv aufliegenden Bauplan des Jahres 1829 bestätigt, in dem der Wallteil des in der Postgasse bereits bestehenden Hauses Nr. 157 zu einem Wohnhaus (Kaiserfeldgasse 8) verbaut werden soll. Der Plan in Bild 2 zeigt jedenfalls hier nur eine Walldichte von 12 m.

Die Lage des mittelalterlichen Eckturms so knapp an oder gar in einer Basteikehle des 16. Jhs. hat folgende Begründung. Die zunehmende Bedrohung durch die Osmanen, die 1532 am Rückzug noch an Graz vorbeigezogen waren, forderte gegen die Mitte des 16. Jahrhunderts eine neue Stadtbefestigung, die im Gegensatz zu den durch Türme verstärkten Steinmauern des Mittelalters auch dem Beschuss durch Kanonen standhalten konnte. So wurde nach dem italienischen Vorbild ab 1543 eine Umwallung aus geböschten Ziegelmauern verwirklicht, die von Kurtinen (Frontmauern) und Basteien (mit Kanonen bestückte Bollwerke an den Ecken) gebildet wurde.

Da die Zeit aber drängte, beschloss man – wie schon Ferdinand Rogatsch in seiner Habilitationsschrift 1937 deutlich machte – zunächst die südliche Stadtmauer durch zwei Basteien zu ergänzen, die mit Geschützen die bestehende Südflanke bestreichen konnten, bevor noch die neuen Kurtinen gebaut waren. Wenn man nun diese ersten beiden Basteien bzw. ihre Planung anschaut (Bild 1), lässt sich vor allem an der Bürgerbastei im Südwesten erkennen, dass mit der bestehenden Stadtmauer keinesfalls die von 1265 gemeint gewesen sein kann, wie noch Rogatsch offensichtlich annahm. Er hat wohl übersehen, dass die Lage des Reckturms mit der ersten Mauerlinie nicht übereinstimmen kann; wenn man die richtig gesetzten Pflastermarkierungen in der Frauen- und der Schmiedgasse nach Westen verlängert, sieht man deutlich (Bild 2), dass die 1552/54 erbaute Adler- oder Bürgerbastei nicht als Flankierung der Stadtmauer von 1265 geeignet war.

Durchbruch der Schmiedgasse

Ein bedeutender Schritt in der Entwicklung der Grazer Innenstadt war die 1896 begonnene Verlängerung der Schmiedgasse zur Kaiserfeldgasse – in der die ersten neuen Häuser beim Eisernen Tor schon seit Jahrzehnten standen. Sie erforderte Durchbrüche durch die Zwingermauer und die Renaissance-Kurtine, dabei ging es vor allem darum, den sperrenden Trakt des Haus Nr. 209 (Schmiedgasse 354, zuletzt 32) abzureißen.

Interessante Aufschlüsse dazu geben Fotos von Bude. Wir sehen auf Bild 6 oben die Schmiedgasse als „Sackgasse“, die Häuser 30 rechts und 32 in der Mitte; unten, in einer Zeichnung von Carl O’Lynch of Town, den Beginn des Abbruchs der Kurtine mit ihrem Wall, von Süden gesehen.

Dieses Haus, das hoch über die Kurtine hinausragte (siehe Foto Bude, Bild 5, ganz rechts), stand aber nicht auf dem Wall der Kurtine, sondern zwischen ihm und der Zwingermauer, direkt an die innere Wallmauer angebaut. Der östliche Teil reichte nach Norden bis zur Zwingermauer, und darüber hinaus. Auf Budes Foto (Bild 7, oben) sehen wir, wie der Abbruch die Nahtstelle des Hauses bereits erreicht hat und erkennen die Reste der noch aus Bruchstein gefertigten Zwingermauer.   

Den Westtrakt trennte eine kleine Reiche vom Haus Nr. 210 (Schmiedgasse 355, zuletzt 30); Teile dieses Baukomplexes reichten bis in die Raubergasse (siehe Plan und Foto Bild 5); die zunächst stehen gebliebene südliche Hausfront (Bild 7, unten) hat im Erdgeschoß keine Öffnungen, da sie auf der Zwingermauer steht.

Vom Eisernen Tor zum „Turm in der Vormauer“

1462 scheint der Name des Tores erstmal in einer echten Urkunde auf: Kaiser Friedrich III. gibt dem Kürschner Jörgen Rautenstokh ain flekh hie in der Statt bey dem Eysneintor gelegen. Dieses Tor muss um 1441 vor dem ersten Südtor für die neue Zwingermauer errichtet worden sein und sich ungefähr bei der Innenseite des späteren Walltores des 16. Jhs befunden haben.

1570 fielen die alten Mauern beim mittelalterlichen Eisentor in der Herrengasse, im folgenden Jahre im Zwinger bei der Adlermühle (untere Raubergasse) und 1575 in der Hans-Sachs-Gasse („die alte Mauer bey dem Parfottencloster“), so Popelka in Band II, S. 12. Das beweist, dass mit dem Eisentor nicht das erste Südtor (beim Pfarrhof Herrengasse 23) gemeint sein konnte, und zeigt auch, dass bei der Bürger- oder Adlerbastei an der Südwestecke die Zwingermauer dem Bau der neuen Bastei zu nahe stand und deshalb abgebrochen werden musste. Die „Parfotten“ (Franziskaner) jedoch hatten ihr Kloster am Tummelplatz längst den Dominikanerinnen überlassen müssen und waren an das der Minoriten übersiedelt, sodass die Hans-Sachs-Gasse nicht in Frage kommt.

Da ich vor dem Bau der neuen Mauer den Kroisbach noch durch die spätere Hans-Sachs-Gasse fließen sehe, müsste 1441 schon seine Umleitung in Richtung des heutigen Grazbaches gegraben worden sein, um für die vorgeschobene, neue Mauer Platz zu schaffen.

Der mir als Repro zur Verfügung gestellte Plan Nr. 405 aus dem Landesarchiv von 1854 (Bild 8) erlaubt einen angenommenen Verlauf der Zwingermauer, da er genauer ist als die Mappe des Franzisz. Katasters von 1829.

Nach dem Bau der Zwingermauer entstand zuerst die „neue Gasse“ (1656, heute Hans-Sachs-Gasse) mit der nördlichen Häuserzeile, erst Jahrzehnte nach dem Bau der neuen, rund 20 m weiter vorgeschobenen Kurtine Perluzzis ab 1570 lehnten sich auch südlich davon einige Bauten Adeliger direkt an die Zwingermauer.

Die heutige Hamerlinggasse blieb aber als Zwischenraum erhalten. Sie bot vermutlich den Zugang zum „jüngeren Pulverturm“, der den 1616 als baufällig bezeichneten Pulverturm bei der Schlossergasse ersetzte. Er lag östlich des Eisernen Tores hinter der Landschaftsbastei und es stellte sich die Frage, ob der Turm nicht eventuell einen Vorgänger besaß, der die Zwingermauer in der Mitte zwischen dem Eisentor und dem Turm in der Vormauer stärkte. Die „Florentiner Ansicht“ von 1565 zeigt einen Turm, der sicher nicht auf der späteren Kurtine gestanden ist; vermutlich ist aber damit der „Turm in der Vormauer“ am Tummelplatz gemeint. Die Ansicht von Vandesype sieht hinter der östlichen Flanke der Landschaftsbastei ein mit X (Pulverturm) bezeichnetes Gebäude. Andreas Trost hat ihn auf beiden Perspektiven von 1728 nahe der Kurtine und quer zu ihr dargestellt, doch auf beiden Ansichten in verschiedener Lage (alle Ansichten in Bild 8 eingefügt). So ist es also nicht möglich, den jüngeren Pulverturm als Teil der Zwingermauer anzusehen.

Turm in der Vormauer

Der wichtigste, schriftliche fundierte Beweis für die Zwingermauer ist der bereits in Schau doch! 56 (Stadtmauer 7) beschriebene „Turm in der Vormauer der Stadt“ in einer Urkunde Friedrichs III. vom 7. Oktober 1478. In diesem Dokument übergibt der Kaiser den aus St. Leonhard flüchtenden Franziskanern einen Turm und das Zwingergelände beim heutigen Tummelplatz zum Bau eines neuen Klosters. „Vormauer“ steht hier für den Begriff „Zwingermauer“, der erst wieder in Baurechnungen der Mitte des 16. Jhs. öfter vorkommt. Auf dem Bestandsplan der Gubernial-Akten von 1855 für den Abbruch des ehemaligen Frauenklosters sind Turm und Zwingermauer deutlich durch ihre Stärke zu erkennen.

Wir stellen jetzt noch einmal den Grundriss des für den Bau des akademischen Gymnasiums abzubrechenden Damenstiftes dem Foto von Bude gegenüber, in dem der Turmteil sichtbar gemacht ist (Bild 9).

Katze oder Kavalier

Das seltsamste Gebäude der Grazer Stadtbefestigung war wohl die „Katze“ oder der „Kavalier“ in der Südostecke der Stadt. Wir haben es schon in Schau doch! 56 erwähnt und Abbildungen gezeigt. Hier sind jetzt aber neue Überlegungen angebracht.

So zitiert Popelka in Band II, S. 12 Ausschnitte aus Baurechnungen und Berichten: Der Fall der alten Stadtmauern beginnt mit dem Neubau der Bastionen, doch trug man sie nur dann ab, wenn sie den neuen Bauten hinderlich waren. Zuerst fiel 1550 und 1551 die „hoche Rinckmauer“ zwischen der Katze (Burgring 18) und dem kleinen Turm gegen die Burg, da die Bastionen knapp neben ihr aufgebaut wurden.

Von F. Rogatsch zitierte Baurechnungen erwähnen auch „die Brustmauer, was auf die Alt Zwingermauer gemacht wurde, „das Stükh Mauer damit die alt Mauer dikher gemacht worden“, „Die Arbait in dem Halbturn gegen der Purkh ist ein Mauer innwendig im Zwinger gemacht“, Die Schießlukhen in der Zwingermaur von dem Halbturn bis an die Purgkh“Popelka ergänzt zu den Arbeiten an Grillbühelbastei und Katze, dass die Stadtmauern hinter der Bastei abgebrochen wurden, darunter auch ein „hülzen Polwerch“, jedenfalls ein hölzerner Turm oder ein Geschützstand; … einen Teil der Mauern der Katze stellte dell'Allio auf die Grundfesten der alten Zwingermauer.

Diese Aussagen bestätigen meine für die Zwingermauer in diesem Bereich gewählte Linienführung, die einen Teil des nördlichen Abschnitts der Mauer als neue Kurtine nutzt, bis später eine größere Burgbastei eine neue, weiter nach Osten vorgeschobene Kurtine nötig machte (in Bild 10 habe ich die Mauerführung mit einer Überlagerung des heutigen Straßennetzes neu gezeichnet). Sie sprechen aber auch dafür, dass die „Katze“ wohl ein Bollwerk war, dass bereits zur Zwingermauer gehörte oder zumindest vor der Errichtung der Kurtinen und Basteien bestanden hat, wie das ja auch mit Rondellen an anderen Stellen der Stadtmauer geschah. Schon der Name „Katze“ spricht eher für ein mittelalterliches Wehrelement.

Wenn man die Südostecke der Mauern des Mittelalters im Bild ansieht, dann ist dort ein überbreiter Zwischenraum als Zwinger gelassen worden, vermutlich eben für das genannte Bollwerk. Es war offensichtlich schon im 15. Jh. notwendig geworden, für ein Flankenfeuer den Höhenunterschied zum Burgtor durch eine hoch aufragende Geschützplattform besser ausgleichen zu können. Der Ausbau ab der Mitte des 16. Jhs war vermutlich nur eine umfassende Verstärkung, Vergrößerung und Erhöhung des Werks.

Als man die Reste der Dietrichsteinbastei und der Katze im Oktober 1860 abbrach, fand man immerhin zahlreiche Mauerteile und Fundstücke des 15. Jhs. (Mitt. d. Centralcommission zur Erforschung u. Erhaltung der Baudenkmale, 1861).

Eine bereits früher zitierte Stelle in den Baurechnungen von 1551 (der „alte Turn, dadurch man auf di Kazn get“) erhärtet die Annahme, dass damals noch ein Eckturm der Stadtmauer von 1265 stand, der als Zugang zur Katze diente. Es könnte der am Gottesplagenbild von 1485 ganz rechts sichtbare Turm gewesen sein. Der Um- bzw. Neubau des Kavaliers hat ab 1570 diese mittelalterlichen Bauelemente ausgelöscht.

Vielleicht stellt sich uns jetzt noch die Frage: Finden wir auch bauliche Überreste der südlichen Zwingermauer? Die Antwort wird uns hoffentlich bald gelingen, wenn bei der Neugestaltung des Tummelplatzes die Fundamente des „Turms in der Vormauer“ ans Tageslicht gelangen sollten.

Viel Vergnügen beim virtuellen Rundgang!

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