03/12/2025

Wie im Jahr 2024 freuen wir uns, den GAT-Leser*innen durch die Veröffentlichung ausgewählter Studierenden-Texte einen Eindruck in den deutschsprachigen, jungen Architekturjournalismus zu vermitteln.

Im Seminar „Städtebauliche Typologien – Werkstatt Architektur-Journalismus: Wir schreiben über Architektur“ beschäftigen sich Studierende an der Professur Stadtquartiersplanung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) mit Architektur-Journalismus. Dozent ist der Redakteur und Bauhistoriker Ulrich Coenen.

Die 17 Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmer recherchierten 2025 unter Anleitung und verfassten Beiträge über Architektur, Stadtplanung und Denkmalpflege. Dabei wurden die journalistischen Darstellungsformen Interview, Reportage, Architekturkritik und Fachbuchbesprechung geübt.

03/12/2025

Stahlbau Müller, Offenburg (DE), Architektur: Egon Eiermann, 1958, Foto: Ulrich Coenen

Die erste Aufgabe für die Studierenden im Jahr 2025 war ein Interview mit Simon Joa, Vorsitzender der Kammergruppe Karlsruhe-Stadt der Architektenkammer Baden-Württemberg. Joa ist Absolvent der Fakultät für Architektur des KIT und war als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Stadtquartiersplanung tätig. Die Studierenden haben die Fragen an Simon Joa in einer Sitzung vorbereitet und in der nächsten Sitzung gemeinsam das Interview mit ihm geführt. Anschließend hat jeder ein Interview geschrieben und zwar mit sehr unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Auf gat.news lesen Sie drei Interviews mit den Schwerpunkten Stadtentwicklung Karlsruhes, Wohnen und den Wandel des Berufsbilds. 

Eine weitere der Aufgaben im Semester war dem Architekten Egon Eiermann gewidmet. Der wohl bedeutendste und einflussreichste Architekt der deutschen Nachkriegszeit lehrte von 1947 bis zu seinem Tod im Jahr 1970 an der Fakultät für Architektur des heutigen KIT. Ein Hörsaal sowie eine Straße in Karlsruhe tragen heute seinen Namen. In ihren Reportagen sind die Studierenden der Frage nachgegangen, wie präsent Eiermann heute noch an der Fakultät ist. Sie haben zudem kritisch untersucht, ob die Benennung eines Hörsaals und einer Straße nach einem Architekten angemessen ist, der im sogenannten Dritten Reich die Grundlage für seinen späteren Erfolg legte.

Zum Schwerpunktthema Kurstadt Baden, die seit 2021 den UNESCO-Weltkulturerbe Titel trägt, lesen Sie Selina Hofstetters Reportage über die Herausforderungen für die Stadtentwicklung Baden-Baden. Hofstetter stützt sich auf Interviews mit Nobuhiro Sonoda, Vorsitzender des Kammergruppe Baden-Baden/Rastatt der Architektenkammer Baden-Württemberg, Thomas Schwarz, Lt. Stadtbaudirektor und Leiter des Amts für Stadtentwicklung und Baurecht der Stadt Baden-Baden und Dr. Eva Zimmermann, Leiterin der Abteilung Kulturelles Erbe / Welterbe der Stadt Baden-Baden.

Eine Architekturkritik über die neue Verwaltungszentrale des Bauunternehmens Weisenburger in Karlsruhe, die nach einem Entwurf von Tadao Ando entstanden ist, erweiterte das Textrepertoire der Studierenden. Die ausgewählten Texte von Selina Hofstetter und Luna Baumgärtner nähern sich dem Gebäude auf sehr unterschiedliche Weise. Finn Jäger ergänzt das Genre Architekturkritik mit seinem Text über die Neugestaltung von Jazzclub/Kinematek in Karlsruhe und über den Stadtbaustein in Ettlingen von baurmann.dürr Architekten (Karlsruhe) verfasste Lea Großmann eine lobende Kritik. 

In diesem Dossier sammeln wir die im Rahmen des Seminars entstandenen und für die Veröffentlichung auf www.gat.news ausgewählten Texte zur besseren Vertiefung. Die GAT-Redaktion freut sich die Texte einer größeren Leser:innenschaft vorstellen zu können und dankt allen Autor:innen sowie dem Dozenten und Bauhistoriker Ulrich Coenen.

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Projekt- und Seminarleitung: Ulrich Coenen
Ausführliche Informationen zum Dozenten und zum Seminar (unter Lehre) auf der Homepage https://ulrichcoenen.de

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