Bolesławiec, deutsch Bunzlau, liegt in Niederschlesien und hat nicht ganz 40.000 EW. Die Stadt ist einerseits bekannt als Geburtsort des berühmten deutschen Barockdichters Martin Opitz und andererseits für seine bedeutsamen Keramikmanufakturen. Die Bedeutung der Bunzlauer Töpferzunft ist seit dem frühen 16. Jahrhundert dokumentiert. Im 17. Jahrhundert war die Bunzlauer Keramik europaweit bekannt, ihre große wirtschaftliche Bedeutung währte bis 1945. Das hochwertige feuerfeste Geschirr war nicht nur in Deutschland gebräuchlich, sondern wurde auch nach Skandinavien, Großbritannien, in die Niederlande, die Schweiz und nach Übersee exportiert und war mit seinem typischen Dekor stilbildend.
Bunzlau erlitt im Zweiten Weltkriegs große Zerstörungen und wurde ab 1950 unter polnischer Verwaltung wieder aufgebaut.
Heute ist die Stadt sehenswert. Besonders der 9000 m2 große Rynek mit seinen barocken Bürgerhäusern beeindruckt sehr. (Das polnische Wort Rynek bedeutet Markt und ist die Bezeichnung für Marktplatz oder Hauptplatz, der ringförmig das in der Mitte stehende Rathaus umgibt. Rynek leitet sich vom deutschen Wort Ring her.) Ein Ring an Bänken und Bäumen sowie ein großes Wasserspiel laden zum konsumfreien, beschaulichen Verweilen ein. Die ansprechende Stadtmöblierung besteht aus Doppelsitzbänken, vogelsicheren Mistkübeln, Laternen, Pflanzkübeln und Baumscheibenabdeckungen und ist in Material und Design abgestimmt. Ergänzt wird die Möblierung durch skulpturenhafte Sitzmöbel aus Keramik, die auf die Tradition als Keramikstadt verweisen. Nur im Fall von besonderen Märkten gibt es am Rynek auch Marktstände. Vor dem Rathaus steht eine Infotafel mit Übersichtsplan der historischen Stadt. Als Tourist*in bekommt man einen schnellen Überblick über Stadtanlage und ihre Sehenswürdigkeiten.
Vergleichbares hat Graz leider nicht zu bieten. Hier wird der Hauptplatz ganztägig von unschönen „Marktstandln“ verstellt. Konsumfrei sitzen kann man nur am Brunnenrand.
Übrigens sind die Öffis für Bewohner*innen von Bolesławiec gratis.
Sehr schön aber der
Sehr schön aber der "Hauptplatz" dieser Kleinstadt ist halt nicht mit einem starkfrequentierten Platz in einer Großstadt wie Graz vergleichbar.
Mit EU MItteln ist es in Polen aber auch leicht hochwertige Plätze zu schaffen und ich hoffe sowieso Polen und Ungarn werden bald aus der EU geschmissen.
PS: Gehen sie lieber nicht mit einer Gay Pride Flagge durch die Straßen von polnischen Kleinstädten und Dörfer wenn sie Graz lebend wiedersehen wollen...