Über Othmar Barth: Ein Filmprojekt von Lukas Schaller und Rainer Köberl
Eröffnung: Do, 05.03.2026, 19:00 Uhr
Ausstellung: Fr, 06.03.2026 – Sa, 13.06.2026, Di-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-17 Uhr, an Feiertagen geschlossen
Ort: aut. architektur und tirol, im Adambräu, Lois Welzenbacher Platz 1, 6020 Innsbruck
begrüßung Arno Ritter
einführende worte Rainer Köberl (Ausstellungskurator)
Othmar Barth (1927 – 2010) gilt mit seinem umfangreichen, ab den späten 1950er-Jahren entstandenen Werk als wegweisend für die Entwicklung der modernen Architektur in Südtirol. Mit Bauten wie der Cusanus-Akademie im historischen Zentrum Brixens, der wie ein „Strich in die Gegend“ gesetzten Schule in Stams, dem Seehotel Ambach am Kalterer See oder der eindrucksvollen Anlage des Bischofssitzes in Pordenone setzte Barth Maßstäbe für einen selbstverständlichen, zugleich hochpräzisen Umgang mit Ort, Landschaft und gebauter Struktur. Mit zeitgemäßen Mitteln formulierte er autonome Antworten auf die jeweilige Aufgabenstellung und schuf zeitlose Bauten, die bis heute nichts von ihrer Präsenz eingebüßt haben.
Othmar Barth war jedoch nicht nur als Architekt eine prägende Figur, sondern er spielte auch durch seine fast 20-jährige Lehrtätigkeit an der Universität Innsbruck eine zentrale Rolle für eine ganze Generation an Architekt:innen, in dem er eigenständiges Denken und die Entwicklung individueller Haltungen förderte.
Die von Rainer Köberl – Architekt und ehemaliger Assistent von Othmar Barth an der Universität – gemeinsam mit dem Fotografen und Filmemacher Lukas Schaller konzipierte Ausstellung „Über Othmar Barth“ stellt fünfzehn der noch weitgehend unverändert erhaltenen Bauten des Architekten anhand von filmischen Dokumentationen vor, die die Bauwerke vielschichtig wahrnehmbar machen. Gezeigt werden sowohl die bekanntesten Schlüsselwerke als auch mehrere Bildungsbauten, das Pfarr- und Gemeindezentrum sowie die Wohnsiedlung in Haslach und das kleine Freibad „Gretl am See“ – jeweils ergänzt durch Pläne und Hintergrundinformationen.
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othmar barth (1927 – 2010)
geb. 1927 in Brixen; Tischlerlehre in der Werkstätte des Vaters Johann Barth jun.; 1947 – 52 Diplomstudium an der Technischen Universität Graz; 1946 – 53 Praxis an Baustellen und im Büro von Architekt Wilhelm Weyhenmeyer in Bozen; 1953 – 55 Studium an der Universität Rom; Praxis im Planungszentrum des Olympischen Komitees in Rom unter der Leitung von Annibale Vitelozzi, wo gem. mit Pier Luigi Nervi die Planungen für die Olympiabauten in Rom durchgeführt wurden; ab 1955 eigenes Architekturbüro in Brixen gemeinsam mit seiner späteren Frau Gretl Schödelbauer; 1970 Südtiroler Kulturpreis „Walther von der Vogelweide“; 1975 – 93 Professor für Raumgestaltung und Entwerfen an der Technischen Fakultät der Universität Innsbruck; 2007 „Josef-Lackner-Preis“ der Fakultät für Architektur der Universität Innsbruck; verstorben 2010 in Brixen
bauten (Auswahl)
1956 – 57 Wohnhaus Ing. Julius Durst, Brixen; 1956 – 57 Bischöfliches Seminar, Um- und Ausbau, Brixen; 1956 – 63 sos Kinderdorf (Südtiroler Kinderdorf), Brixen; 1961 – 62 Kardinal-Nikolaus-Cusanus-Akademie, Brixen; 1963 – 64 Werk der Durst Phototechnik AG, Brixen; 1967 Geschäftshaus Athesia-Buch, Bruneck; 1968 – 72 Schule und Knabenseminar Salern bei Vahrn, Brixen (heute: Fachschule für Land- und Hauswirtschaft Salern); 1969 – 71 Freibad und Restaurant „Gretl am See“, Kaltern; 1970 Stuhlfabrik der Plank G.m.b.H., Auer; 1971 Bebauungsstudie der Virglzone, Bozen; 1971 Staatliche Lehranstalt für Frauenberufe mit Heim, Pairdorf bei Brixen (Tschötsch) (heute: Brandnamic Campus); 1971 „Herberthaus“, Kranebitt bei Brixen; 1972 Kindergarten der Pfarrgemeinde Brixen / Milland; 1972 – 73 Seehotel Ambach, Kaltern; 1974 – 75 Pfarr- und Gemeindezentrum St. Gertraud, Bozen / Haslach; 1974 – 84 Wohnsiedlung Haslach, Bozen; 1977 – 82 Internatsschule für Skisportler, Stams; 1978 Kindergarten Siedlung Haslach, Bozen; 1978 „Haus Unterland“– Gemeindezentrum mit Kindergarten, Neumarkt; 1984 – 88 Diözesanzentrum für pastorale Aktivitäten, kulturelle Dienste und Wohnungen für Bischof und Klerus, Pordenone; 1990 Volksaltar in der Pfarrkirche Schwaz; 1993 Provinzhaus der Kreuzschwestern, Einbau Speisesaal und Hausbibliothek; 1996 Pastoralzentrum Bozen; 2000 Dreifachturnhalle für den Schulsport, Brixen / Zinggen-Roßlauf; 2002 Erweiterung Kindergarten der Pfarrgemeinde Brixen / Milland
Eine Ausstellung mit freundlicher Unterstützung von barth Innenausbau